Oft hört man, Gemeindepolitik kenne keine Parteifarben, denn hier gehe es um praktische Sachgeschäfte und nicht um "grosse Politik". Wenn's auch stimmt, ist es nicht die ganze Wahrheit. Alle unsere Entscheide fällen wir aufgrund von Erfahrungen, die wir gemacht haben, aufgrund von Überzeugungen, für die wir einstehen, aufgrund von Werten, die uns wichtig sind. Als junger Mann trat ich der SP bei, weil sie gegen Kaiseraugst kämpfte. Als Erwachsener bin ich bei ihr geblieben, weil sie sich für Chancengleichheit einsetzt und weil sie lange vor anderen die Bedeutung der Bildung erkannt hatte. Heute darf ich sagen, dass ohne den Einsatz der SP und der Gewerkschaften in unserer Region mehrere Hundert Arbeitsplätze in der Chemie verloren gegangen wären.
Obwohl ich mit meinen 20 Jahren noch sehr jung bin, möchte ich mich aktiv in der Gemeinde einbringen. Mitspracherecht ist eines der grössten Privilegien und es ist mir wichtig davon Gebrauch zu machen. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Für mich ist Aesch mehr als nur ein Wohnort, es ist mein Zuhause. Gerade deshalb möchte ich mich an der Entwicklung unseres Dorfes beteiligen. Durch meine Berufsausbildung im Alters- und Pflegeheim „Im Brüel“ habe ich viel über die Bedürfnisse und Anliegen von Jung und Alt gelernt. Das generationsübergreifende Zusammenspiel ist meiner Meinung nach auch in der Gemeindekommission sehr wichtig. Ausgewogenheit und die Vertretung aller Standpunkte garantieren eine vernünftige und bedürfnisorientierte Gemeindepolitik.
Die ersten zwanzig Jahre meines Lebens habe ich in Aesch verbracht und durfte von vielen Freizeitangeboten (Pfadi, Mädchenriege, Akkordeonorchester), guten Schulen und kulturellen Angeboten profitieren.
Ich finde es wichtig, dass unsere Gesellschaft dem Solidaritätsprinzip verbunden bleibt. Vor 20 Jahren war es leichter, für körperlich oder psychisch beeinträchtige Menschen eine Anstellung im freien Arbeitsmarkt zu finden. Die Arbeitgeber schauten damals nicht nur in erster Linie auf die Leistungs- und Gewinnmaximierung, sondern sie nahmen auch verstärkt ihre soziale Verantwortung wahr, und boten öfters als heute Hand für Eingliederungsversuche. Heute ist es ungleich schwieriger beeinträchtigte Menschen zu integrieren.