NEIN zum geplanten Rentenklau!

Noch weniger Rente bei gleich hohem Lohnabzug! Eine wahrlich unglaubliche, masslose Vorlage, über welche wir am 7. Märze 2010 zum Glück abstimmen können. Es geht um unsere Altervorsorge. Der Umwandlungssatz für unser Vermögen in der Pensionskasse soll schon wieder um 10% gesenkt werden. Bereits 2003 hat das Parlament eine Kürzung beschlossen. Der Umwandlungssatz wird bis ins Jahr 2014 schrittweise von 7,2% auf 6,8% gesenkt. Und dies hat fatale Folgen für unsere Renten. Denn je tiefer der Umwandlungssatz ist, desto weniger Rente werden wir erhalten.
„Die Renten sind heute schon zu hoch“ so die Herren aus der Versicherungsbranche und ihre bürgerlichen Lobbyisten. Falsch, denn die heutigen Renten sind keineswegs zu hoch, decken doch die Leistungen aus der ersten und zweiten Säule bloss 40 bis 60% des letzten Einkommens ab. Die Versicherungen reiben sich jetzt schon die Hände. Denn sie sind die grossen Profiteure dieses Raubzugs. Einerseits müssen sie weniger Rente auszahlten und erhöhen so ihre Profite. Anderseits wird der Bedarf an zusätzlicher Absicherung (3. Säule) zunehmen, je tiefer die BVG-Renten sind. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund zitiert Carsten Maschmeyer, Verwaltungsrat von Swiss Life: «Wir stehen vor dem grössten Boom, den unsere Branche je erreicht hat: der Verlagerung der staatlichen zur privaten Altersvorsorge. Es ist, als ob wir auf einer Ölquelle sitzen. Sie ist angebohrt, sie ist riesig gross und sie wird sprudeln.» Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.
Aber auch die falsche Aussage von der Gefährdung der Renten durch die steigende Lebenserwartung kann nicht unwidersprochen bleiben. Sie stammt vor allem von Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften. Renommierte Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die Lebenserwartung tendenziell wieder abnehmen wird! Schuld daran ist in erster Linie unser ungesunder Lebenswandel. Interessanterweise variiert die Berechnungen der Lebenserwartung auch bei den  Versicherung, je nach deren Bedürfnis. So wird die Lebenserwartung eines Mannes bei der Berechnung der Todesfallversicherungsprämie kurzerhand um 4,7 Jahre gekürzt! Je nach Bedarf – und stets zu Gunsten der Versicherungen - wird die entsprechend passende Lebenserwartungtabelle herangezogen (siehe auch Ktipp 13. Januar 2010).
 
Fakt ist, dass die geplante Senkung des Umwandlungssatzes zur Zeit ungerecht und unnötig ist! Sie diene lediglich dazu, die Gewinne der Versicherungsbranche zu erhöhen. Den Pensionierten weniger Rente, den Managern mehr Bonus! Dazu sag ich am 7. März 2010 klar NEIN!
 
Paul Svoboda, Gemeinderat

Siehe auch:
Jammern auf hohem Niveau: Pensionskassen kämpfen für Eigeninteresse
Übersetzte Risikoprämien: neuer Rentenklau bahnt sich an!