18 Januar, 2012 - 11:50 — Paul Svoboda
Seit bald 25 Jahren (!) beträgt der gesetzliche Ferienanspruch 4 Wochen pro Jahr. Im gleichen Zeitraum hat sich unser Arbeitsumfeld extrem verändert. Viele Stellen wurden im Rahmen der „Betriebsoptimierung“ wegrationalisiert. Der Job wurde immer schneller und anspruchsvoller und die Belastung stieg kontinuierlich. Unser Leben wird immer mehr von der Arbeit dominiert. Wir müssen stets jederzeit erreichbar sein. Flexible Arbeitszeiten, Termindruck und Überstunden gehören zur Selbstverständlichkeit. Auf der Strecke bleibt das Familie- und Vereinsleben. Und die Gesundheit! Wer kennt nicht mindestens eine Person mit Burnout? Gemäss Staatssekretariat für Wirtschaft hat diese Belastung immense gesundheitliche und finanzielle Folgen. Schlaf-, Herz-Kreislauf-Probleme und physische Verschleisserscheinungen nehmen rapide zu. Die Kosten der hohen Arbeitsbelastung beziffert das Seco auf ca. zehn Milliarden Franken. Weshalb stören sich niemand an diesen Kosten? Weshalb nur an den Kosten, welche die sechs Ferienwochen verursachen. Weshalb stört man sich nicht an der zunehmenden Anzahl kranker Menschen? Für mich sind mehr Ferien ein richtiger Schritt zu einem angepassten, gerechten Ausgleich der hohen Arbeitsbelastung.
Paul Svoboda