Silvia Büeler-Ryf

Tagensschulen, ein "Muss" für die Zukunft

Es würde einiges an organisatorischen Meisterleistungen von Eltern erleichtern, wenn wir für die Kinder Tagesschulen anbieten könnten. Wie alle Eltern mit der Zeit merken, ist ein gutes soziales Netz von grosser Bedeutung, wenn nicht gerade ein Grosi oder die Nachbarin für
die Kinderbetreuung zur Verfügung stehen.
In den Tagesschulen verbindet sich qualifiziertes Lernen während dem Unterricht und qualifizierte Betreuung ausserhalb der Schulzeit als gute Ergänzung. Mit den Tagesschulen würde es einiges an Stress von den Eltern abnehmen, um ihre Kinder gut und sicher während ihrer Arbeit betreut zu wissen. So neu sind die Tagesschulen nicht, schauen wir ein wenig über die Grenzen, in Frankreich sind Tagesschulen Standard. Der gesellschaftliche
Wandel mit den veränderten Familienstrukturen sowie die ernorme Zunahme der Lebenshaltungskosten erfordert von vielen Eltern oder alleinerziehenden Elternteilen, ein zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften. Wir sind in der guten Ausgangslage viele sehr gut ausgebildete Frauen zur Verfügung zu haben und wir alle sollten das Interesse haben es den Frauen zu ermöglichen, trotz Familie, ihr Wissen und Können der Wirtschaft zur
Verfügung zu stellen.
Die Kinderbetreuung sollte daher bedarfsgerecht und erschwinglich für Familien sein.
Mit dem kantonalen Gesetz „familienergänzende Kinderbetreuung“, das zurzeit in der
Vernehmlassung bei den Gemeinden ist, werden neue Weichen für die Zukunft gestellt.
Mit dem Tagesheim sowie dem Verein für Tagesfamilien haben wir im Moment eine gute
Grundlage für die externe Kinderbetreuung in Aesch. Das Tagesheim ist für eine
Betreuungszeit ab zwei Tagen gedacht und bei einer Tagesmutter sind kürzere oder längere
Betreuungszeiten möglich. Bei den Tagesfamilien können, nach Absprache, die Kinder am
Abend betreut werden oder bei Bedarf Uebernachten.
Beim Tagesheim besteht eine Warteliste für Betreuungsplätze, die Warteliste wird durch die
Heimleitung immer wieder überprüft und aktualisiert. Die grosse Nachfrage nach
Betreuungsplätzen für ungeborene Babys ist ein Indikator, dass die Frauen so schnell wie
möglich wieder ins Berufsleben zurückkehren möchten.
Mit diesen Organisationen sind wir in der Lage, einen Teil der Kinderbetreuung abzudecken. Der Mittagstisch, der im Moment leider nur für Kindergärtler und Unterstufen eingerichtet ist, wird rege benutzt.
Das Planen von Betreuungsplätzen ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Sind die Frauen als Arbeitskraft in der Wirtschaft gefragt, ist der Bedarf an Betreuungsplätzen höher. Bis vor einiger Zeit bestand ein Ueberangebot an Tagesmüttern, heute ist das Gegenteil der Fall, es fehlen „Super Nannys“, die die anspruchsvolle Betreuung der Kinder übernehmen. Was auch eine Realität ist, dass sich die Zeiten geändert haben. Konnte man früher die „Grosseltern“ für das Hüten fragen, sind die heutigen „Grosseltern“ oft berufstätig oder ortsabwesend und stehen für ihre Enkel nur noch beschränkten Zeiten zur Verfügung.
Damit die Betreuung der Kinder während der Berufstätigkeit der Eltern gesichert ist, ist es wirklich nötig Tagesschulen einzuführen.

Silvia Büeler, Gemeinderätin der SP Aesch-Pfeffingen (bisher), Liste2